Ausgewählte Lyrik / Liebeslyrik
aus dem Buch Lichtsuchspuren
von Connor Fairuza Angilotti
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Mein äußeres Zuhause
ist vor Tagen überschwemmt worden
Ich renoviere
während ich darauf warte
daß sich die Feuchtigkeit verzieht
solange mein inneres Zuhause
Der Stift ist wieder
ein Teil meiner Hand geworden
und ich wieder
ein Teil dieser Welt
aus Lichtsuchspuren*
Mein ist mein
Mein ist mein
sag ich mir leise
und dulde kein nein
und auch kein vielleicht
Das Land, das ich bereise
grünt und gedeiht in tausend Farben
Der Vogel, der einem Boten gleicht
erschrickt ob meiner Narben
die er durch das Fenster sieht
Im Lichte meiner Dunkelheit
lach ich ihn an und er, er flieht
Mein ist mein
sag ich ihm leise
und nichts, rein gar nichts ist verborgen
und gestern ist Vergangenheit
und heute ist nicht morgen
Und ist mir auch zum Weinen
mein Lachen ist gleichsam dort
Und hört die Sonne auf zu scheinen
das Licht in mir ist niemals fort
Mein ist mein
sag ich mir leise
und niemand, niemand kriegt mich klein
Ich bin allein, auf meine Weise
und sag Euch leise
Mein ist mein
aus Lichtsuchspuren*
Gewicht
Zwischen zwei Felsen
halte ich inne
dem mächtigen Treiben
des Meeres lauschend
Eine Welle schäumt auf
streckt sich
und rast flach auf mich zu
Doch anstatt mich zu treffen
versickert sie
in meinen Fußspuren
aus Lichtsuchspuren*
die flut
die flut kennt keine namen
die flut kennt kein gesicht
die flut kennt kein erbarmen
die flut ist flut, sie kennt
dich nicht
die flut kennt deinen fleiß nicht
die flut kennt keine preise
die flut ist flut, sie kennt
nur sich
grollend kommt sie und bleibt leise
die flut spricht deine sprache nicht
die flut ist flut, sie kann
nicht verstehen
daß der mensch alles dicht macht, so dicht
an dicht
das wasser selbst kann kaum wege mehr gehn
die flut ist flut, deiner
handlungen frucht
sie sucht nur nach auswegen aus der bedrängnis
angestautes löst sich - nicht human, nein
- mit wucht
und wird nun dem mensch in retour zum verhängnis
aus Lichtsuchspuren*
Auffall
Zufall ist
wenn uns etwas zufällt
Gut oder schlecht
wird es erst durch das
was wir anfangen
mit dem
was uns zufällt
oder die Art
wie wir umgehen
mit dem
was uns zufällt
aus Lichtsuchspuren*
Kommen und Gehen
Ein kommender Mensch
kündigt sich 9 Monate lang an
Ein gehender Mensch
nimmt sich meist weniger Zeit
aus Lichtsuchspuren*
Halt
Niemand ist nie
und nirgendwo sicher
Wer aber in sich selber wohnt
wird nie ins Bodenlose fallen
aus Lichtsuchspuren*
*
Alle Gedichte aus dem Buch
Lichtsuchspuren
© 2006
Connor Fairuza Angilotti /
Edition Octopus
(Books on Demand),
Verlagshaus
Monsenstein und Vannerdat, Münster.
Ausgewählte Lyrik / Liebeslyrik
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